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Lebensraum gesucht!

Dringende Bitte um Mithilfe bei der Wohnraumsuche

Gesucht wird für Martin B. im südlichen Schleswig-Holstein eine Wohnung, ein kleines Häuschen oder ähnliches.


Lebensraum gesucht!

Das Chemical Sensitivity Network (CSN-Deutschland) sucht dringend für den schwer chemiegeschädigten und MCS-Kranken Martin B. eine Wohnung, ein kleines Häuschen oder eine andere Bleibe, in der er eine Chance zum Überleben hat. Die Innen- und Außenluftbelastung seiner derzeitigen Wohnung ist permanent so hoch, dass bereits mehrfach lebensgefährliche Situationen entstanden sind. Die Dauerbelastung führt zu einer schnellen, weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes und lässt sich nicht mit dem Weiterleben vereinbaren. Im kommenden Frühjahr wird ein direkter Nachbar sein Vollholzhaus mit Holzschutzmittel streichen müssen. Dies bedeutet, wenn bis dahin keine Wohnmöglichkeit gefunden ist, Obdachlosigkeit. In den Wohnungen von Eltern, Bruder oder Freunden kann er sich auch mit Aktivkohlemaske nicht ohne starke Symptome aufhalten. In Arztpraxen oder Krankenhäuser kann Martin schon längere Zeit nicht mehr.

Zunächst möchten wir kurz über seine Krankheitsgeschichte und die bisherigen Bemühungen seiner Familie und Freunde bezüglich der Suche nach einer geeigneten Behausung berichten. Die genaue Definition für eine geeignete Wohnmöglichkeit steht am Schluss dieses Hilferufes.

Krankheitsgeschichte

Martin B., 1970 geboren, hatte bereits in der Kindheit gesundheitliche Probleme, die nicht genau diagnostiziert werden konnten. Anfallsweise auftretende neurologische Störungen verhinderten ein unbeschwertes Leben. Behandlungsversuche mit chemischen Arzneimitteln führten zur Verschlechterung. 1991 wurde eine akute, schwere Toxoplasmoseinfektion mit einer Vielzahl von Medikamenten behandelt, konnte aber bis heute nicht austherapiert werden. Im Alter von 26 Jahren bekam er bereits eine Gürtelrose, Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem. Ein normales Berufsleben zu führen war durch die gesundheitlichen Störungen schwer, so führte die Heimfahrt am 3. Arbeitstag bei einem neuen Arbeitgeber zunächst nach Hause aber dann mit massiven neurologischen Beschwerden und starken Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus. Der Arbeitsplatz war weg. Die Arbeit als TÜV-Sachverständiger für Groß-Tankanlagen brachte ihn in häufigen Kontakt mit Ausdünstungen der Petrochemie. Öltanks z.B. der Großraffinerien wurden ohne Schutzmaßnahmen bestiegen. Die Arbeit für ein Schweizer Chemieunternehmen brachte ihn in permanenten Kontakt mit den Chemieendprodukten. Erst viel später wurde der Zusammenhang zwischen den toxischen Belastungen und den Gesundheitsstörungen festgestellt.

1997 führte eine zusätzliche starke Belastung mit Schimmelpilzen, Pestiziden, Holzschutzmitteln und Lösemitteln zusammen mit einer hohen beruflichen Belastung und dem Umbau des gerade gekauften Hauses zum schweren Krankheitsausbruch. Ein Pfeiffersches Drüsenfieber (EBV) mit Begleithepatitis, Gelbsucht, Milzvergrößerung und diversen Sekundärinfektionen wurde diagnostiziert. Da sich der Zustand nicht verbesserte sondern verschlechterte, wurde eine umfangreich Diagnostik in diversen Krankenhäusern und bei Ärzten durchgeführt. Eine Reihe von Therapien wurde probiert, ohne Erfolg. Ganz im Gegenteil, es ging weiter bergab. In den Folgejahren wurden immer mehr immunologische Defekte, chronisch-rezidivierende Infektionen, Autoimmunkrankheiten und organische Schäden attestiert. Seine MCS (multiple Chemikaliensensitivität) prägte sich immer stärker aus. Derzeit kann Martin keinerlei Therapie erhalten und muss die Auswirkungen der Krankheiten völlig ohne Schmerzmittel oder andere Medikamente durchhalten. Ein Versuch im Okt. 2003 Mangelzustände per Infusion auszugleichen führte zum anaphylaktischen Schock, da er auf die Injektionskanüle reagierte. Ein Teil der med. Diagnosen sind auf der CSN-Seite in der Galerie zu lesen.

2001 wurde die Pflegebedürftigkeit festgestellt, ein Rollstuhl wurde verschrieben. Seit 1997 ist er durchgehend erwerbsunfähig und seit einigen Jahren berentet. Die Pflege kann wegen der schweren MCS nicht durch einen Pflegedienst übernommen werden. Also wurde die Pflege von den Eltern und der Frau von Martin übernommen. Die Eltern müssen im März 2005 aufgrund eigener Erkrankungen und Alter in ein Altersheim und können Martin nicht mehr helfen. Martins Frau ist seit 2001 ebenfalls krank, musste 2002 für 9 Wochen ins Krankenhaus und müsste dringend selber behandelt werden. Sie musste Anfang dieses Jahres aus dem gemeinsamen Haus ausziehen, da sich ein Zusammenleben aufgrund der schweren MCS nicht mehr arrangieren ließ. Dies führte neben weiteren finanziellen Problemen zu großen Problemen bei der Versorgung/Pflege. Martins Frau und Eltern müssen in seiner Wohnung bevor Sie zu Martin können ihre Kleidung wechseln und selber absolut chemiefrei leben. Ein Ersatz für die Eltern bei der Pflege/Versorgung ist noch nicht gefunden und sehr schwer zu bekommen, da die Pflegepersonen absolut Chemie- und duftstofffrei sein müssen. In einem chemiefreien Wohnumfeld könnte es Martin eventuell wieder so viel besser gehen, dass er sich zumindest innerhalb der Wohnung selber versorgen könnte und nicht mehr absolut auf fremde Hilfe angewiesen wäre.

Die bisherige Wohnraumsuche

Nachdem die Suche einer geeigneten Wohnung sich als anscheinend aussichtslos darstellte, wurde nach Alternativen gesucht. Ein alter Wohnwagen wurde innen komplett entkernt, um ihn verträglich umzubauen. Diese Notlösung stellte sich schnell als nicht praktikabel heraus. Da der Wohnwagen auf einer Wiese in einer besser verträglichen Gegend stand, konnte Martin im vergangenen Sommer dort wenigstens einmal „Luft holen“, während seine Wohnung bei sommerlicher Wärme für Ihn zur „Gaskammer“ wurde.



Konnte nicht genutzt werden: umgebauter Wohnwagen


Parallel liefen Bemühungen einen Wohncontainer zu bauen, der in einem Landschaftsschutzgebiet aufgestellt werden sollte. Ein geeignetes Grundstück stand zur Verfügung. Die betreffende Gemeinde schickte zusammen mit einer positiven Stellungnahme Ihrerseits und Attesten von 8 Ärzten (Kardiologe, HNO-Arzt, 2x Orthopäde, Hautarzt, Augenarzt, Allgemeinmediziner und Umweltmediziner) einen Antrag an den Landkreis. Die Arztatteste bestätigten die dringende medizinische Notwendigkeit, schnellstmöglich in ein chemiefreies Wohnumfeld zu ziehen. Dadurch könnte die permanente Verschlechterung des Krankheitszustandes eventuell gestoppt werden.

Ein auf molekulargenetischen Untersuchungen gestütztes Attest zeigte auf, welche chemischen Stoffe von Martin nicht oder nur schlecht entgiftet werden können. Der ausschließlich aus Aluminium und biologischen Baumaterialien bestehende Wohncontainer von ca. 15 m² wäre auf 6 kleine Punktfundamente gesetzt worden, womit kein nachhaltiger negativer Eingriff in die Natur statt gefunden hätte. Diese Lösung sollte zeitlich befristet sein um das Überleben bis zu einer besseren Lösung sicherzustellen

Das Grundstück wurde mehrfach von behördlicher Seite begangen. Leider wurde kein Weg gesucht das Vorhaben umzusetzen, sondern nur ein Weg das Vorhaben abzulehnen. Es wurde argumentiert, dass wenn man dies genehmigen würde, dann jeder eine Hütte in einem Landschaftsschutzgebiet aufstellen wolle. Um dieser Argumentation zu entgegnen erklärte sich ein namhafter Arzt bereit, dieses „Wohnprojekt“ für Martin als Einzelfall-Verlaufsstudie in eine laufende wissenschaftliche Arbeit einer großen Uniklinik einzubinden. Somit war nicht nur die Einzigartigkeit gegeben, sondern das Projekt hätte zudem einen Nutzen für die Allgemeinheit gehabt. Das Ergebnis lässt sich am besten mit einem Zitat aus der 8-seitigen Ablehnungserklärung aufzeigen: “Die zu befürchtende bauliche Entwicklung in die freie Landschaft mit erheblicher und nicht eingrenzbarer Vorbildwirkung widerspricht dem Grundgedanken des § 35 BauGB.“ Unter anderem wurde das Grundstück kurzerhand zum geschützten Biotop erklärt. Ein Amtsarzt/Amtsärztin, der/die außer den eingereichten Arztattesten keinerlei Informationen zu Martin B. oder seinem Krankheitsverlauf hatte, sich nicht mit den behandelnden kompetenten Ärzten in Verbindung gesetzt hat und auch Martin B. nie gesehen hat entschied: „Eine Notwendigkeit konnte nicht attestiert werden“.


Hier hätte eine „Hütte“ errichtet werden können




Dringende Bitte um Mithilfe bei der Wohnraumsuche

Wir suchen für Martin im südlichen Schleswig-Holstein eine Wohnung, ein kleines Häuschen oder ähnliches mit folgenden Kriterien:
  • Kein Gewerbe, stark befahrene Straßen, Autobahnen, Starkstrom- oder Funksendemasten in der Nähe
  • Keine Kompostieranlage, Bauernhof mit konventioneller Landwirtschaft (Pestizide) oder Viehhaltung (Ammoniakgase durch Gülle) in der Nähe
  • Möglichst wenig Nachbarschaft, umso weniger Menschen in direkter Nähe sind, umso besser
  • Eine Mehrfamilienwohnanlage sollte möglichst wenig Mietparteien haben, ideal wäre eine Einliegerwohnung in einem 2-Familienhaus mit separatem Eingang oder ein kleines Häuschen
  • Die Wohnung sollte möglichst gefliest sein und natürlich keinen Schimmel haben. Holzdecken bzw. Holzverkleidungen an den Wänden könnten zur Not entfernt werden.
  • Wenn die Wohnung gerade frisch renoviert ist oder von einem Raucher bewohnt wurde, ist Sie nicht geeignet.
  • Eventuell notwendige Umbauten oder Veränderungen werden natürlich von Martins Familie durchgeführt und bezahlt
  • Nach Möglichkeit sollten es 1 ½ oder 2 Zimmer sein, damit ein Zimmer als „Cleanroom“ errichtet werden kann.
  • Auch ein Büro o.ä. mit einer kleinen Küche und Duschbad würde reichen, wenn es die anderen Kriterien erfüllt


Es gilt, möglichst viele dieser Kriterien weitgehend zu erfüllen - welche Kompromisse eingegangen werden können, muss im Einzelfall entschieden werden!

Falls Sie eine solche Wohnung/Häuschen zu vermieten haben oder Tipps, Hinweise haben, auch wo man eventuell suchen oder anfragen könnte, würden wir uns sehr über Ihre Mithilfe freuen! Bitte wenden Sie sich mit dem Betreff „Martin“ an CSN(at)allergic(dot)de oder direkt an MBertram01(at)t-online(dot)de

Vielen Dank!

 

Quelle: Chemical Sensitivity Network (CSN-Deutschland) (->)


Verein z. Hilfe umweltbedingt Erkrankter / Duftstoffe nicht wahllos einsetzen

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