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Biologische Logik

Biologische Logik: der wohlinformierte Patient und die nutriologische Medizin.

Wer sich davon überzeugen lässt, dass sich die Schulmedizin aus den genannten und vielen anderen Gründen, die hier nicht behandelt wurden, seit langem auf Abwegen befindet - die offenen und verdeckten Einflüsse der Pharmazeutischen Industrie auf die Karrieren der Hochschullehrer allein sind ein abendfüllendes Thema - muss sehen, wie er den daraus folgenden Übeln persönlich entkommen kann.

Dazu aber eine einschränkende Bemerkung: Nach wie vor gebührt der wissenschaftlichen Medizin, die an den Hochschulen erforscht und gelehrt wird, der erste Rang bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten.

 

Dr. med. Hannes Kapuste


Die hier vorgetragenen Versäumnisse der Schulmedizin sind spezifischer Art und Verallgemeinerungen sind gefährlich. Bei weitem nicht alle Alternativen zur Schulmedizin sind vertrauenswürdig. Auch die nutriologische Medizin, der hier das Wort geredet wird, beruht auf wissenschaftlichen Quellen, die an den Hochschulen erarbeitet wurden. Und sie versteht sich nicht als alternative, sondern als komplementäre Medizin, eine Medizin, die auf den Errungenschaften der Schulmedizin aufbaut und sie zu ihrem Vorteil ergänzt.

Alternativ ist die Nutriologische Medizin in Bezug auf die Wahl der Medikamente: Weil die Medizin die Biologie des menschlichen Organismus noch nicht gut genug beherrscht, werden die riskanten xenobiotischen Heilmittel so weit wie möglich durch eine gute Ernährung und Supplemente von Nutrienten und anderen orthomolekularen Heilmitteln ersetzt.


Die biochemische Individualität

Eine wichtige Grundlage der nutriologischen Medizin ist das Wissen um die biochemische Individualität der verschiedenen Arten und der menschlichen Individuen. Die individuellen nutrientellen Bedürfnisse sind verschieden und die in der Schulmedizin etablierten Normwerte dafür nicht verlässlich. Verschiedene individuelle Ernährungsbedürfnisse beruhen auf:


Resorptionsdefekten, z.B. für Vitamin C, Folsäure, Biotin, Beta-Carotin, Magnesium, Zink, Kupfer und Tryptophan (Gaby und Wright 1994),
Transportdefekten, z.B. für Folsäure und Vitamin B12,
abnormaler Ausscheidung, z.B. für Magnesium,
Enzymdefekten, z.B. in Bezug auf Thiamin und Vitamin B6,
Enzyminduktion, z.B. durch Vitamin B6,
genetischen Unterschieden bei der Entgiftung, z.B. von Sulfit, Sulfonamiden, Phenacetin oder Formaldehyd,
erworbenen Unterschieden durch intrauterine Schädigung oder frühere Belastungen und
dem Ernährungsstatus zur Zeit der aktuellen Belastung.

Diese Unterschiede der individuellen Ernährungsbedürfnisse bedingen die vielen chronischen, aus der Sicht der Nutriologen ,,genetotrophischen Erkrankungen", die die Schulmedizin nicht optimal behandelt, und begründen den Sinn des therapeutischen Prinzips der Superernährung zur Absicherung gegen genetische oder erworbene Schwächen.


Das Prinzip der Superernährung

Superernährung nach der Idee, die optimale molekulare Umgebung für die Zellen des Körpers zu schaffen, zielt zuerst auf Erhöhung der Qualität der Nahrung: variabel, so weit wie möglich naturbelassen, Bevorzugung des Verzehrs der ganzen Zellen der Nahrungsmittel pflanzlichen und tierischen Ursprungs und nicht so sehr der raffinierten Stärke, der Fette oder Öle und des Zuckers.

Da die Zelle auf ausreichende Zufuhr aller essentiellen Nutrienten angewiesen ist, gilt das nutriologische Teamwork-Prinzip, nach dem mehr als 40 Nutrienten zu beachten sind. Für die Supplementierung gibt es kein Optimum, das für alle Individuen gilt. Man muss verschiedene Kombinationen bzw. Mischungen probieren, die von den Autoren empfohlen oder von den auf Nahrungsmittelsupplemente spezialisierten Herstellern fertig angeboten werden, um mit der Zeit das beste für sich zu finden. Die Vitamine C, B1 (Thiamin), B3 (Niacin bzw. Niacinamid), B5 (Pantothensäure), B6, B12 und E werden dabei oft 50 bis über 100mal höher dosiert, als den empfohlenen Diätetischen Mindestmengen (RDA, DGE) entspricht, Vitamin B2 (Riboflavin) und Biotin bis zu 50mal, Folsäure bis zu 10mal und die Vitamine A, D und K sowie die Mineralien und Spurenelemente in Größenordnung der Empfehlungen.

Superernährung ist in weiten Bereichen präventive Medizin und zur Verhinderung von Fehlbildungen und zerebralen Schädigungen während der Schwangerschaft, von kardiovaskulären Erkrankungen und vorzeitigem Altern, von Stoffwechselstörungen, Adipositas, Arthritis/Arthrose usw. und von Geisteskrankheiten aller Art von großer Bedeutung.


Nutriologische Behandlung von Krankheiten

Die nutriologische Behandlung von Krankheiten wird durch mehr als zehntausend schulmedizinische Arbeiten begründet, die in der konventionellen Schulmedizin kaum berücksichtigt werden.

Die Erfolge bei Anwendung der nutriologischen Medizin in Bezug auf chronisch behindernde und zu früherem Tode führende Krankheiten sind sehr groß und ihre geringe Verbreitung daher nicht ohne weiteres verständlich. Man muss sich daher konkret informieren und darauf gefasst sein, dass ihre Anwendung durch eine Fülle verdeckter Widerstände behindert wird. Ein besonders dramatisches Beispiel für mögliche Erfolge der nutriologischen Behandlung ist die Todesursache Nr. 1


Das Beispiel Herzinfarkt

Schon Ende der 50er Jahre berichteten südafrikanische Ärzte über auffallende bzw. dramatische und fast unglaubliche klinische Besserungen von Patienten mit Koronarsklerose und/oder Herzinfarkt nach intramuskulären Injektionen von Magnesium und einen Rückgang der Mortalität von 19-50% auf 1.6% bzw. von 30% auf 1% in dem auf den Herzinfarkt folgenden Jahr. 1985, 1986 und 1990 haben dann Doppelblindstudien nach frühzeitigen Infusionen von Magnesium signifikante Mortalitätsverminderungen von 71%, 70% und 88% bewiesen.

Im Tierversuch verlängerte die Vorbehandlung mit Vitamin E die Überlebenszeit bei Sauerstoffentzug um 89%, reduzierte die Größe des Infarkts nach Abbindung der Herzkranzgefäße um 71% und verhinderte Nekrosen bei 100% bzw. 77% der Tiere während nur 70% bzw. 26% der Kontrolltiere keine Nekrosen zeigten. Inzwischen hat sich diese so deutliche Schutzfunktion hoher Dosen von Vitamin E bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße auch in klinischen Studien am Menschen
zweifelsfrei erwiesen.

In zwei beobachtenden Untersuchungen 1991 und 1993 verminderte die Gabe von L-Carnitin die Mortalität nach einem Herzinfarkt in den folgenden 14 bzw. 10 Tagen um 37% bzw. 72%. In einer kontrollierten Untersuchung verminderten 4 g L-Carnitin pro Tag in dem Jahr nach Entlassung aus dem Hospital nach einem Herzinfarkt signifikant den Blutdruck und die Anzahl der Angina pectoris-Attacken, verbesserte die Blutfettwerte und verminderte die Mortalitätsrate im Vergleich zur Kontrollgruppe von 12.5% auf 1.2% um 90%.

Andere Untersuchung sprechen für die Supplementierung mit den Vitaminen C, B6 und B12, Folsäure, Betacarotin, Taurin, n-3-Fettsäuren und anderen Nutrienten. Eine formelle Untersuchung der kombinierten Anwendung dieser Maßnahmen steht wohl noch aus, man darf aber zweifellos sehr viel davon erwarten.

Die Erfahrungen der Ärzte und Therapeuten, die orthomolekulare Therapien anwenden, sind in der Regel sehr befriedigend.

Die folgende Tabelle enthält eine alphabetische Auflistung der Krankheiten, deren nutriologische Behandlung zu empfehlen und bei Werbach und/oder Gaby und Wright beschrieben ist.

Tabelle 1: Krankheiten und Behandlungsquellen


Acne vulgaris [1-6], Adipositas [1-5], Aggressives Verhalten [1-3], AIDS [1-5], akute Infektion [5], Alkoholismus [1-6], Allergie [1-5], Alopecie [5], Alzheimer (s. Demenz), Amyotrophe Lateralsklerose [2], Anämie [1-3, 5], Angina pectoris [5-6, 1-2?], Angiopathien [1-4], Angst [1-6], Anorexie (s. Eßstörungen), antivirale Behandlung [5], Aphthen [1-6], Arthrosis deformans [1-6], Asthma bronchiale [1-6], Atherosklerose [1-6], Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität [1-3, 5-6], Autismus [1-3], Autoimmunerkrankungen [1-2, 5], Basedow-Krankheit [5], Brustkrebs, sekundärprävention [5], Bulimie (s. Eßstörungen), Bursitis [5-6, 1-2?], Candida-Mykosen [1-5], Chemische Sensibilität (William Rea), Cholecystitis, akute [1-3, 5], Cholesterolämie [5-6, 1-2?], Chronisches Erschöpfungssyndrom [1-3, 5-6], chronische Infektion, rezidivierend [5], Colitis Ulcerosa [1-3, 5-6], Colon irritabile [1-6], Demenz [1-6], Depression [1-5], Depression, bipolare [1-3], Dermatitis herpetiformis [1-3, 5], Diabetes mellitus [1-6], diabetische Komplikationen [6], Diarrhoe [1-2, 4], Down-Syndrom [2-3],
Drogenabhängigkeit (Kapuste), Dumping_Syndrom [1-2], Dysinsulinismus [5], Dyskinesia tarda [1-2], Dysmenorrhoe [1-5], Ekzem [1-6], Emphysem / chronische Bronchitis [6], Enteritis regionalis Crohn [1-3, 5-6], Entzündliche Darmerkrankung [4], Entzündungen [1-6], Epilepsie [1-3, 5-6], Erkältung [4], Erschöpfungssyndrom [1-5], Erythema nodosum [5], Eßstörungen [1-3, 5], Facialisparese [5], Fehlbildungen, Prophylaxe [5-6, 1-2?], Fersensporn [5], Fibromyalgie [2, 5], Gallenblasen_Erkrankungen [1-6], Gallensteine [5-6, 1-2?], Gedächtnisverlust und Depression im Alter [6, 1-2?], Gicht [1-3, 5-6], Glaukom, primäres, nicht akutes [6], Glaukom [1-5], Guillaine-Barre Syndrom [5], Haarausfall (nicht
männlich) [5], Harnwegsinfektionen [4], Hepatitis [1-2, 4-6], Hepatitis, chronische, autoimmun [5], Herpes simplex [1-6], Herpes zoster [1-5], Herzinsuffizienz [1-6], Herzrhythmusstörungen [1-5], Hypercholesterolämie [5], Hyperöstrogenismus [1-2], Hyperthyreose [5], Hypertonie [1-6], Hypoadrenalismus (außer Morbus Addison) [5], Hypoglykämie, funktionelle [1-3, 5], Hypothyreose [5], Immundefizienz [1-4], Impotenz
[4-5], Induratio penis plastica [5], Infektion [1-6], Infektionen, häufige [5, 1-2?], Infertilität [1-6], Innenohr-Erkrankungen [1-5], intermittierendes Hinken [5], Ischias [5], Kardiomyopathie [1-3], Karpaltunnelsyndrom [1-3, 5], Katarakt [1-5], Klimakterische Beschwerden [1-6], Konjunktivitis [5], Kopfschmerzen [1-6], Krebs [1-5], Leberzirrhose [5], Lernstörungen [1-3], Lupus erythematodes [1-6], Makuladegeneration [1-6], Mastopathie [1-3, 5-6], Menière-Krankheit [5], Menorrhagie [1-3, 5-6], Metrorhagie [5], Migraine [5-6, 1-2?], mit Tabak zusammenhängende Krankheiten [2], Mitralklappenprolapssyndrom [1-3], Mittelohrentzündungen [5], Multiple Sklerose [1-6],
Muskelkrämpfe [1-3], Myasthenia gravis [5], Myopathie [1-2, 5], Myopie [2-3], Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten [1-3,5], Neuralgie und Neuropathie [1-4], Neuromuskul. Degeneration [1-2], Nierensteine [1-6], Obstipation [1-4], Ödeme [1-2], Onychomykose [5], Operations-Protokol [5], Organisches Hirnsyndrom [1-3, 5], Osteoporose [1-3, 5-6], Otitis media, rezidivierend bei Kindern [6], Parasitose,
intestinale [5], Parkinson_Syndrom [1-3, 5], Parodontopathien [1-2, 4-5], Polymyalgia rheumatica [5], Präeklampsie [5-6, 1-2?], Prämenstruelles Syndrom [1-6], Prostataadenom [1-6], Prostatitis [4], Psoriasis [1-6], Purpura, gefäßbedingte [1-2], Raynaud_Syndrom [1-2, 5], Refluxösophagitis [1-2, 4-5], Restless legs [1-2], Retinopathie [4], Rheumatismus [1-2], Rheumatoide Arthritis [1-3, 5-6], , Rhinitis, saisonale,
allergische [5], Rosacea [1-3, 5-6], Schizophrenie [1-3], Schlaflosigkeit [1-4], Schlatter-Osgood-Krankheit [5], Schmerzen [1-4], Schwangerschaft und Krankheit [1-6], Seborrhoe [1-2, 5], Sehstörungen [4], Sjögren-Syndrom [5], Sklerodermie [1-5], Sportverletzungen [1-2, 4], Thrombozyten-Hyperaggregabilität [5], Thyreotoxikose [5], Tinnitus [5, 1-3?], Tourette-Syndrom [2], Übelkeit und Erbrechen [4], Ulcus pepticum [1-6], Ulkus der Haut [1-2], Urtikaria (chronische) [1-2, 5], Vasculitis [1-4], Veneninsuffizienz [4-5], Verbrennungen [4], Vitiligo [1-2, 4-5], Wundheilung [1-2, 4], Zahnschmerz [5], Zerebrovaskuläre Insuffizienz [1-5], Zervix_Dysplasie [1-3, 5-6], Zöliakie [1-3, 5]


Literatur

Werbach MR, Nutriologische Medizin, deutsch von H Kapuste, Hädecke Verlag, Weil der Stadt 1999, DM 238.,
Werbach MR, Nutritional Influences on Illness, CD-ROM, Third Line Press, Tarzana, Cal. 1998, Fax: 001818 7741575, $ 99,
Werbach MR, J Moss ,Textbook of Nutritional Medicine, Third Line Press, Tarzana Cal. 1999,$ 74.95,
Werbach MR, MT Murray, Botanical Influences on Illness, 2nd Ed.3nd Line Press Tarzana Cal 1999, $59.95,
Gaby AR, Wright JV. Nutritional Therapy in Medical Practice. Nutrition Seminars, 325 South Washington Ave., Kent, WA 1998.,
Wright JV, Gaby AR. The Patient’s Book of Natural Healing. Prima Publishing, PO Box 1260 BK, Rocklin Ca 95677, 1999.

Fatale Versäumnisse der Schulmedizin
Medizinisches Wissen und ärztliche Kompetenz
Das Patentrecht und die Medizin
Biologische Logik: der wohlinformierte Patient und die nutriologische Medizin

Weiterführende Literatur

Werbach M. R. : Nutriologische Medizin, deutsch von H. Kapuste, Hädecke Verlag, Weil der Stadt, 2005 (->)
Gebundene Ausgabe - 1093 Seiten - Natura Viva
Erscheinungsdatum: März 2005
ISBN: 3935407114
EUR 128,00


SIDS - Plötzlichen Kindstod verhindern (->)


Das Patentrecht und die Medizin / Orthomolekulare Medizin bei Multiple Sklerose

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