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Folsäure beugt Bluthochdruck vor!

Aktuelles aus der Praxis der Ernährungsberatung

Folsäure beugt Bluthochdruck vor!


Frauen im Alter zwischen 26 und 46 Jahren können von einer erhöhten Folsäurezufuhr profitieren: Eine Aufnahme des Vitamins von mehr als 800 mcg täglich, bewirkt eine Senkung des Bluthochdruckrisikos um fast 30 Prozent, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Kristin Duwenbeck von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V. in Bad Aachen.

Das ergab eine Studie der Forschergruppe um Doktor John P. Forman vom Brigham and Womens`s Hospital in Boston. Die Wissenschaftler stellten dieses Ergebnis auf der diesjährigen 58 th Annual High Blood Pressure Research Conference der American Heart Association1 jüngst in Chicago vor, so Duwenbeck. Mit Hilfe eines Fragebogens ermittelten die Forscher Informationen zur Folsäureaufnahme, Salzaufnahme, Alkoholkonsum, Ballaststoff- und Vitaminzufuhr, Blutdruckwerten, Body Mass Index (BMI), körperlichen Aktivität sowie zur Familienanamnese der 150.000 untersuchten Frauen. Ziel der Studie war es, einen konkreten Zusammenhang zwischen der Aufnahme einer bestimmten Menge Folsäure und deren Auswirkungen auf den Bluthochdruck zu ermitteln. Das Ergebnis ist erstaunlich und fügt sich nahtlos in die positiven Wirkungen der Folsäure ein.

Jüngere Frauen im Alter zwischen 26 und 46 Jahren, die durch folsäurehaltige Lebensmittel und Folsäuresupplemente mehr als 800 mcg Folsäure zuführten, reduzierten ihr Risiko innerhalb von acht Jahren Bluthochdruck zu entwickeln, im Gegensatz zu denjenigen Frauen, bei denen die Folsäureaufnahme unter 200 ?g lag, um 29 Prozent. In der Altersgruppe von 43 bis 70 Jahren wiesen die Frauen mit der höheren Folsäurezufuhr ein um 13 Prozent niedrigeres Risiko auf. Die positiven Ergebnisse waren unabhängig von anderen bekannten Risikofaktoren für Bluthochdruck wie dem BMI, körperlicher Aktivität oder weiteren Ernährungsgewohnheiten zu beobachten.

Folsäure gehört zu den B-Vitaminen und umfasst chemisch gesehen eine Reihe von Folatverbindungen, die alle ähnliche Funktionen erfüllen. Im Stoffwechsel ist Folsäure an der Zellteilung und Zellneubildung beteiligt und spielt daher eine Schlüsselrolle für Wachstum und Entwicklung. Sie ist unentbehrlich für die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark, für den Aufbau von Schleimhautzellen und Proteinen, erklärt Gesellschaftssprecher Sven-David Müller-Nothmann. Eine unzureichende Zufuhr der Vitamine Folsäure, B6 und B12 kann zu einer vermehrten Anhäufung der gefäßschädigenden Aminosäure Homocystein führen, so Duwenbeck. Eine erhöhte Konzentration von Homocystein im Blut fördert die Entstehung von Arteriosklerose. Ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft begünstigt das Auftreten von Missbildungen, insbesondere einem offenen Rücken bei Säuglingen. Der Folsäurebedarf liegt bei 400 bis 600 µg täglich.

Gute Folsäurelieferanten sind Gemüsesorten wie Grün-, Rosen- und Blumenkohl, grüne Salate, Spinat, Endivie, Tomaten, Spargel und Paprika, Obstsorten wie Kirschen, Erdbeeren und Weintrauben aber auch Eier, Nüsse und Vollkornprodukte. Besonders folsäurereich sind Sojabohnen und Weizenkeimlinge. Ein Supplementierung mit Folsäuretabletten ist insbesondere für die Risikogruppen Schwangere und Stillende notwendig und sinnvoll, um einer Unterversorgung vorzubeugen, so Duwenbeck abschließend.

Folsäurereiche Lebensmittel (in Mikrogramm pro 100 Gramm)

- Rinderleber, 592
- Kichererbsen, 340
- Sojabohnen, 240
- Grünkohl, 187
- Rosenkohl, 182
- Erdnüsse, 169
- Eigelb, 160
- Feldsalat, 145
- Knäckebrot, 88
- Haferflocken, 87
- Paprika, 60
- Sauerkirschen, 75
- Weintrauben, 43

Quellen:
(1) URL: http://www.americanheart.org
(2) John P. Forman, Folate intake lowers women`s risk of high blood pressure, 58th Annual High Blood Pressure Research Conference der American Heart Association in Chicago am 11.10.2004.

Quelle: diaita
17.11.04

 

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